"Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus" - sein unsterbliches Volkslied kennt (fast) jeder. Justus Wilhelm Lyra, Komponist und Theologe, hat aber im Laufe seines sehr bewegten Lebens noch viel mehr Musik erschaffen: Geistliches und Weltliches für Singstimme(n), Klavier, Chor und Instrumente. Das meiste davon ist seit dem 19. Jahrhundert nicht oder nur selten aufgeführt worden.

 

Ich habe deshalb ein Programmkonzept zusammengestellt, das nicht nur einen guten ersten Einblick in das kompositorische Schaffen Lyras gibt, sondern auch etwas über seinen nicht immer einfachen Lebensweg erzählt. 

 

Bei Interesse kontaktieren Sie mich bitte: kontakt@maxciolek.de

 

 

Am Ende der napoleonischen Kriege, am Beginn der Romantik in Dichtung und Musik, prägte Justus Wilhelm Lyra in jungen Jahren das biedermeierliche Milieu seiner Geburtsstadt Osnabrück. Hier hatte 1830 die Erschütterung der Julirevolution in Frankreich das konservative Gefüge der Bürger kaum verändert. Die beginnende Industrialisierung berührte den jungen Studenten zunächst in Berlin. Dort erfährt er neben den glanzvollen kulturellen Erlebnissen in Kunst und Wissenschaft auch Kinderarbeit und soziales Elend. Das geistige Berlin ist Nährboden für revolutionäre studentische Gedanken, die Lyra später in Bonn fortspinnt.

 

Neben der romantischen Geisteshaltung stand aber auch eine religiöse Erweckungsbewegung - in beiden Konfessionen. Lyra entschließt sich zum Studienwechsel, wird Theologe. Wegen einer amtsärtzlichen Diagnose des "religiösen Wahnsinns mit Verrücktheit" musste er allerdings zwanzig (!) Jahre auf eine feste Anstellung in einer Gemeinde warten, wirkte zunächst in Wittingen bei Lüneburg, dann in Bad Bevensen und schließlich und endlich als "Pastor Primarius" in Gehrden bei Hannover, wo er 1882 starb.