
Wenn ich etwas von meinem Vater geerbt habe, dann ist es die Freude an akkurater Gestaltung. Er, dessen gestochene Druckschrift regelmäßig Fragen nach einer Schablone provozierte, saß mit mir auf dem Schoß in seinem Allerheiligsten, der im elterlichen Schlafzimmer eingerichteten Dunkelkammer, und brachte die selbstgeschossenen Schwarz-Weiß-Fotos auf chamoisfarbenes Papier (während meine Mutter uns — mich mehr als ihn — mit Klavierklängen aus dem Wohnzimmer erfreute). So von beiden Seiten kreativ beschossen, hatte ich selbst bald Freude an visueller Schöpfung: Sei es — in frühen Jahren — mit dem Kugelschreiber an der Wohnzimmertapete oder — später — mit Letraset-Rubbelbuchstaben bei der Plakatgestaltung meiner kirchenmusikalischen Konzerte.
Nachdem ich einen guten Teil meines bisherigen Lebens damit beschäftigt war und bin, andere Menschen durch Musik zu berühren, drängt sich nun der väterlich-visuelle Gestaltungswille noch einmal kräftig nach vorn: Die gutundgrüne Arbeit mit Formen und Farben, mit Typo und Strukturen macht einfach Spaß, und umso mehr erfreut mich, dass die Auftragsbücher voll und voller werden...
Neben dem großen interesse an nachhaltigen Themen interessiert mich dabei vor allem, wieviel wirklich nötig und wie wenig sein kann - auf dem Papier oder dem Bildschirm. Ach, sehen Sie doch selbst...
